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Titel: Erweitertes Europa als ein neues Migrationssystem?
Ort: Universität Wien, Alte Kapelle, Campus Altes AKH, Spitalgasse 2-4, Hof 2.8, 1090 Wien
Startdatum: 21 Mai
Startzeit: 18:00

Erweitertes Europa als ein neues Migrationssystem?
Zugehörigkeiten, Mobilitätsmuster, Ungleichheitsformen in Bewegung

Vortrag von
Anna Amelina, Junior Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Migrationsforschung an der Goethe-Universität Frankfurt

 

Entsteht im Europa ein neues Migrationssystem, das die geographische
Mobilität reguliert? Der Vortrag setzt sich mit dieser Frage auseinander
und stellt die zentralen Elemente dieses entstehenden Systems vor.
Erstens wird argumentiert, dass im Kontext der EU-Erweiterungen
sich die neuen Zentren (die alten EU-Staaten), Semi-Peripherien (die
neuen EU-Staaten), Peripherien (nicht-EU Grenz-Staaten) herausgebildet haben, die die geographische Mobilität kanalisieren. Das
zweite Kennzeichen ist, dass die Migrationsbewegungen zwischen
den Sende- und Empfängerländern sowohl einen einmaligen als auch
einen temporären Charakter haben. Mehr noch, für die Lebensführung
von beiden, temporären und nicht-temporären Migrant_innen, ist
die Multi-Lokalität (verstanden als simultane Bezüge zu Sende- und
Empfängerländern) selbstverständlich. Die dritte These lautet, dass die
Mobilitätsflüsse im neuen Europa zum Teil schwer vorherzusagen sind.
Die aktuelle geographische Mobilität im Kontext der ökonomischen
Krise ist ein aktuelles Beispiel dafür. Viertens ist für dieses Migrationssystem eine ungleiche Verteilung von Lebenschancen inhärent. Sie
erfolgt entlang der oben genannten Strukturprinzipien: Der Differenzierung in Zentrum/Semi-Peripherie/Peripherie sowie der Multi-Lokalität der Lebensführung. Der Vortrag illustriert diese Thesen anhand der
ausgewählten Beispiele aus der aktuellen Forschung.

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